ANA, MON AMOUR

O.m.dt.U / Spielfilm von Calin Peter Netzer / RO/DE/FR 2017 / 130 min

Toma lernt Ana an der Uni kennen, beide studieren Literatur. Ana ist leicht neurotisch und leidet unter Panikattacken. Toma folgt ihr in jedes der dunklen Löcher, in die sie fällt, er stellt sich gegen seine Eltern, als diese sie ablehnen, nimmt die Rolle des jungen Vaters an und heiratet Ana. Er wird ihr Babysitter, ihr Fahrer, ihr Ein und Alles. Es scheint, als hätte Toma in ihrer Beziehung alles im Griff, doch tatsächlich kreist er nur um eine Frau, die er nicht begreifen kann – und um sie zu retten, geht er an die Grenzen des für ihn Erträglichen. Als Ana ihre Ängste überwindet und mit der Außenwelt zurechtzukommen lernt, bleibt Toma allein zurück. Er versucht, die Puzzleteile zusammenzufügen und zu verstehen, welcher Wirbelsturm ihn hier abgesetzt hat.

Der rumänische Top-Regisseur Calin Peter Netzer schafft mit ANA, MON AMOUR das Porträt einer Beziehung, in der beide Partner die höchsten Anstrengungen unternehmen, mit dem Leben, mit sich und mit dem Anderen klarzukommen.

Radikal und konsequent: ein Kinoerlebnis, das einen bis zur letzten Minute gefangen nimmt – und dann völlig überraschend umhaut! — filmstarts.de

ALS PAUL ÜBER DAS MEER KAM

Dokumentarfilm von Jakob Preuss / DE 2017 / 97 min / FSK 6

Aus seiner Heimat Kamerun hat sich Paul Nkamani durch die Sahara bis an die Küste Marokkos durchgeschlagen. Hier lernen sich Paul und Filmemacher Jakob Preuss kennen. Kurz darauf ergattert Paul einen begehrten Platz auf einem Schlauchboot nach Europa, doch die Überfahrt nimmt einen tragischen Ausgang: Die Hälfte der Insassen stirbt, Paul überlebt. Der Regisseur sieht die erschütternden Bilder der Rettung im Fernsehen und begibt sich auf die Suche nach Paul. Er findet ihn in einem spanischen Rote- Kreuz-Heim. Der Anfang einer neuen Odyssee…

Eine filmische Reise, die dank ihres bewundernswerten und charismatischen Protagonisten und einer mitreißenden Dramaturgie von der ersten bis zur letzten Minute berührt, unterhält und zum Nachdenken anregt. — FBW (Prädikat: besonders wertvoll)

So 03.09. in Anwesenheit des Regisseurs Jakob Preuss und des Protagonisten Paul Nkamani

Mo 04.09. Publikumsgespräch mit Michael Buschheuer (Sea-Eye) und Sophia Latka-Kiel (Amnesty International Regensburg)

Di 05.09. Publikumsgespräch mit Dennis Forster (CampusAsyl)

EIN SACK VOLL MURMELN

UN SAC DE BILLES / O.m.dt.U / Spielfilm von Christian Duguay / FR/ CA/CZ 2017 / 113 min / mit Dorian Le Clech, Christian Clavier u.a.

Paris, 1941. Weil es in der besetzten Hauptstadt zu gefährlich geworden ist, plant die jüdische Familie Joffo die Flucht nach Südfrankreich, das noch nicht in deutscher Hand ist. Eine gemeinsame Reise wäre zu auffällig, daher schicken die Eltern den zehnjährigen Joseph und seinen älteren Bruder Maurice allein auf den Weg. Ein gefährliches Abenteuer erwartet die Jungen, denn niemand darf erfahren, dass sie Juden sind. Doch dank ihres Mutes und Einfallsreichtums schaffen sie es immer wieder, den Besatzern zu entkommen. Wird es ihnen gelingen, ihre Familie in Freiheit wiederzusehen?

Die berührende Verfilmung des auf der Lebensgeschichte von Joseph Joffo basierenden Bestsellers erzählt in großen Bildern von zwei Brüdern, die auf ihrem Weg in die Freiheit allen Widerständen trotzen. Der Film besticht vor allem durch die herausragende Leistung der Schauspieler, allen voran der beiden jungen Hauptdarsteller Dorian Le Clech und Batyste Fleurial Palmieri, die sich neben renommierten Kollegen wie Patrick Bruel (DER VORNAME) und Christian Clavier (MONSIEUR CLAUDE UND SEINE TÖCHTER) nicht verstecken brauchen.

Außergewöhnlich gut gelungen. — FBW