Manifesto

Regie Julian Rosefeldt / 2015 / D /98 Min. / Verleih DCM / OmU

Die zwölf Texte, die in Manifesto von Cate Blanchett in unterschiedlichen Rollen rezitiert werden, vom kommunistischen Manifest über den Dadaismus bis hin zu den Regeln der Dogma-95-Bewegung – sie alle zählen zum Kanon unserer Kulturgeschichte.

Videokünstler Julian Rosefeldt reiht sie nicht nur aneinander, sondern stellt sie insounterschiedliche wie phantasievolle und scheinbar isolierte Kontexte. Mal sieht man Blanchett als Obdachlosen durch eine postapokalyptische Landschaft streifen, dann als brave Grundschullehrerin oder als durchgestylte Nachrichtensprecherin. Faszinierend ist, wie zwar Dissonanzen zwischen der Bildebene und den monologartig vorgetragenen Manifesten entstehen, die Texte aber immer mehr ineinander zu fließen scheinen und sich dem Zuschauer so intuitiv erschließen. Das gelingt durch die großartig aufspielende Cate Blanchett, sowie die assoziative Bildsprache kombiniert mit einem eindrücklichen Sounddesign. Aber auch die kluge Montage, welche die Gleichzeitigkeit der ursprünglichen Installation ersetzt, trägt dazu bei, deren Sogkraft auf die Kinoleinwand zu übertragen.